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Weinbauinfo Nr.18-2018

Datum: 06.09.2018

Weinbauinfo Nr. 18 vom 6.9.2018

 

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Mit hervorragenden Ernteaussichten und ersten abgelesenen Beständen ist diese Woche gestartet. Der flächige Regen vom Wochenende hat die Bestände merklich erfrischt und ist für den weiteren Reifeverlauf Gold wert. Einhergehend damit haben wir aktuell kühle Nächte und warme Tage, ein weiterer sehr positiv zu bewertender Sachverhalt für die Reifeentwicklung. Erste Rückmeldungen berichten von topgesundem Traubenmaterial und lassen qualitativ und quantitativ positiv in Richtung Hauptlese blicken.

Die Wetterprognose meldet mit Ausnahme von heute Nachmittag, dem Durchzug einer Regenfront, für die nächsten Tage stabiles, mildes Sommerwetter mit Temperaturen um 25°C. Bleiben die Trauben gesund und die Beerenhäute stabil, steht ein paar weiteren Sonnentagen am Stock zur Abreife nichts im Wege. Problematisch könnte dieses Jahr möglicherweise erheblicher Überertrag werden, denn viele Anlagen sehen weniger voll behangen aus als sie tatsächlich sind. Hier gilt es abzuwarten was die ersten größeren Erntemengen in den nächsten Tagen erbringen. Kritisch sind dieses Jahr auch Trauben aus trockengestressten Anlagen zu bewerten, diese sind aufgrund ihrer geringen Oechsle- und Säurewerte, häufig nicht für die Weinbereitung geeignet. Hier muss individuell entschieden werden, wie mit diesem Traubenmaterial umgegangen wird.

 

Im Folgenden einige Reifemessungen des WBI:

 

Müller-Thurgau:      71 - 75°Oe, Säure 6,0 - 6,6 g/l

Weißburgunder:      82 – 90°Oe, Säure 5,3 – 6,7 g/l

Grauburgunder:      85 – 96°Oe, Säure 5,4 – 6,0 g/l

Spätburgunder:       85 – 92°Oe, Säure 6,8 – 8,5 g/l

 

Die Werte variieren je nach Bewirtschaftungszustand und vor allem Ertragsniveau sehr stark und lassen nur bedingt Herbst- bzw. Reifeprognosen zu. Generell sollten die Anlagen beobachtet werden um den bestmöglichen Lesetermin festzulegen. Die Vorgaben des Vermarktungsbetriebs sind zwingend umzusetzen.

Grundsätzlich befinden wir aufgrund des guten Gesundheitszustands unserer Bestände in der glücklichen Lage strukturiert und ohne von der Natur vorgegebenen Stress (Fäulnis, KEF etc.) in die Lese gehen zu können. Dies ist ein Pfand das wir nicht jedes Jahr in Händen halten.

Lassen Sie sich Zeit, verfallen sie nicht in Panik und arbeiten sie strukturiert und organisiert die diesjährige Ernte ab, wir haben nach aktuellem Stand die Zeit dazu.

 

Tierische Schädlinge:

KEF:

Seit Beginn der Reife gibt es über alle Sorten keine Auffälligkeiten. Die Trockenheit gepaart mit starker Hitze hat den Flug zum damaligen Zeitpunkt zum Erliegen gebracht. Dies ist aktuell immer noch so, so dass derzeit von keinem gravierenden Schadpotential ausgegangen wird. Aufgrund der rasch voranschreitenden Lese steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir nahezu schadfrei durch das Jahr 2018 kommen werden.

 

Dies war die letzte Weinbauinfo dieses Jahr, die Weinbauberatung wünscht allen „Glick im Herbschd“ und einen erfolgreichen Abschluss des Weinjahrs 2018.

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

 

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