Service-Navigation

Suchfunktion

Weinbauinfo Nr.17-2018

Datum: 08.08.2018

Weinbauinfo Nr. 17 vom 08.08.2018

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Wenig Neues seit der letzten Weinbauinfo vor zwei Wochen, sowohl was die zunehmend problematisch werdende Trockenheit als auch die Flug- bzw. Eiablageaktivität der KEF anbelangt. Insofern freut man sich über das eine und macht sich vermehrt Sorgen über das andere. Flachgründige Lagen, häufig mit Vulkanauflage zeigen nun deutlich Trockenstress. Sichtbar wird dieser mit stark gelben Stöcken, Notreife mit Verholzung der Triebe und Einschrumpfen der Beeren. Vereinzelt können zudem bereits abgestorbene Reben beobachtet werden. Schreitet das voran, sind vor allem auf den Spitzenlagen mit Selektionsflächen weitere Schäden und vor allem Einbußen in Ertrag und Qualität zu erwarten.

Das Gros der Flächen im Beratungsgebiet ist aber davon nicht betroffen, so dass derzeit nicht von starken Ernteeinbußen ausgegangen wird.

Bis auf vereinzelte kleine Gewitterniederschläge war leider wie prognostiziert kein nachhaltiger Niederschlag aktiv und ist auch weiterhin nicht in Sicht. Die Stresssymptome werden sich also weiter verstärken.

 

Tierische Schädlinge:

Kirschessigfliege:

Aufgrund der anhaltenden Hitze verbunden mit Trockenheit ist die Lage sehr ruhig. In schattigen, kühleren Rückzugsgebieten wie Waldrändern oder Böschungsbereichen lässt sich aber permanenter Flug auf sehr kleinem Niveau beobachten. Dies bietet keinen Grund zu Sorge, da bisher keine Eiablage auf den bekannten roten Frühsorten stattgefunden hat. Dazu bietet das Monitoring des WBI einen guten Anhaltspunkt. Die Ergebnisse der Eibonituren und die Zahlen der Fallenfänge können Sie im Internet unter www.monitoring.vitimeteo.de/$/ abrufen.

Kontrollieren Sie ihre Anlagen bitte frühmorgens oder spätabends auf eventuellen Flug und ggf. Eiablage. Dies gilt auch für angrenzende Böschungen mit Holunder- und/oder Brombeerflächen. Falls Auffälligkeiten auftauchen, bitte der Weinbauberatung melden.

 

2018 stehen folgende Bekämpfungsmaßnahmen zu Verfügung:

Kombinationsverfahren:

Combi-protec als Tankmischung mit SpinTor

1 l Combi-protec/ha mit 5 ml SpinTor/ha in 20 l Brühe bienengefährlich, WZ 14 Tage, es gelten die Anwendungsbestimmungen, Auflagen und Wartezeiten

von SpinTor

 

Combi-protec als Tankmischung mit Mospilan

1 l Combi-protec/ha als Tankmischung mit 25 g/ha Mospilan in 20 l Brühe, WZ 14 Tage, es gelten die Anwendungsbestimmungen, Auflagen und Wartezeiten von Mospilan

 

Sprühverfahren:

SpinTor 0,16 l/ha, 2 Anwendungen, WZ 14 Tage, bienengefährlich

 

Mospilan SG 0,375 kg/ha, 1 Anwendung, WZ 14 Tage

 

Karate Zeon 0,075 l/ha, 1 Anwendung, nur Traubenzone (halbe

Aufwandmenge 0,375 l/ha), WZ 7 Tage, Gebrauchsanleitung betreffend Abdriftminderung, Düsen ITR 80-01 C beachten, raubmilbenschädigend

Bei unsachgemäßer Anwendung ist Folgebefall durch Spinnmilben möglich

 

Bei allen Mittel mit Einstufung B 1 = bienengefährlich müssen die Rebanlagen vor deren Anwendung ohne blühenden Unterbewuchs sein, d.h. die Anlagen müssen vorher gemulcht werden!

 

 

Hinweise zum Bienenschutz:

Nach der Bienenschutzverordnung vom 22. Juli 1992 (BGBl. I. S.1410) dürfen Pflanzenschutzmittel mit der Einstufung B1 (Bienengefährlich) weder an blühenden Pflanzen

(bspw. blühender Unterwuchs oder in der Nachbarschaft befindliche Blütenpflanzen) noch an von Bienen beflogenen nicht blühenden Pflanzen angewandt werden. Daher sind vor einem

Einsatz von B1-Mitteln die blühenden Pflanzen zu Mulchen. Honigtau und beschädigte Beeren in den Weinbergen sind generell als Warnsignal zu werten. Selbst wenn momentan

kein Bienenflug beobachtet werden kann, besteht die Gefahr, dass dies in Kürze stattfinden kann. Die Ausbringung von B1-Mitteln sollte deshalb in diesen Fällen unterbleiben. Weiter

bitten wir zu beachten, dass in den wenigen Fällen, wo Bienenstände näher als 60 Meter zu Anlagen stehen, die mit B1-Mittel behandelt werden sollen, Rücksprache mit dem Imker zu

erfolgen hat: bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen innerhalb eines Umkreises von 60 m um einen Bienenstand entweder während des täglichen Bienenfluges nur mit

Zustimmung des Imkers oder außerhalb der täglichen Flugzeit (Kernarbeitszeit 09:00-19:00 Uhr) eingesetzt werden. Sinnvoll ist es auch, die ortsansässigen Imker zu informieren.

 

Traubenwickler:

Einige Kontrollfallen zur Beobachtung einer möglichen dritten Generation des Traubenwicklers sollten weiterhin kontrolliert werden. Den Rebschutzwarten einen herzlichen Dank für die geleistete Arbeit.

 

Weinbauliche Hinweise:

Anlagen ohne nennenswerten Trockenstress können nochmals gegipfelt werden um Wasser zu sparen.

Junganlagen, vor allem Hochstammreben weiterhin mit Wasser versorgen, um den reibungslosen Aufwuchs zu gewährleisten.

ESCA spielt auch dieses Jahr wieder eine große Rolle, da durch Stress ausgelöst. Die Stöcke sollten markiert und nächstes Jahr aus dem Bestand genommen werden um weitere Sporenausbreitung zu vermeiden.

Sonstige Hinweise:

Beachten Sie die Hinweise zur Starenabwehr in der Anlage dieser Weinbauinfo

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, situationsbedingt in unregelmäßigen Abständen

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

Fußleiste