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Weinbauinfo Nr.13-2018

Datum: 04.07.2018

Weinbauinfo Nr. 13 vom 04.07.2018

 

 

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Der Zustand der Reben im Beratungsgebiet ist weiterhin hervorragend. Nur dort wo in den vergangenen Wochen mehr Niederschläge gefallen sind oder morgendlicher Tau geherrscht hat, hat sich Peronospora im oberen Drittel der Laubwand eingenistet. Einige Ölflecken sind glücklicherweise der Hitze zum Opfer gefallen und nicht mehr aktiv, viele werden aber bei den ab morgen angekündigten Niederschlägen weitersporulieren und den Druck hoch halten. Für die nächsten beiden Tage ist nachhaltiger Regen vorhergesagt, einerseits sehr wichtig für Neu- und Junganlagen, anderseits aber wie erwähnt auch sehr förderlich für die Peronospora. Zum Wochenende wir es wieder trocken und heiß, auch nächste Woche soll es zumindest bis zur Wochenmitte sommerlich bleiben.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Wie erwartet und in Weinbauinfo Nr. 12 kommuniziert wurde in den meisten Gemarkungen um den 1.7. der Flughöhepunkt der zweiten Generation des Traubenwicklers erreicht. Der Einsatz eines zugelassenen Insektizids in dieser Woche (KW 27) wird daher empfohlen. Zum Einsatz kommt z.B. Coragen, Steward, Mimic oder SpinTor (bienengefährlich) oder ein BT-Präparat.

Die genauen Fangzahlen der jeweiligen Gemarkung sind unter www.vitimeteo.de abrufbar bzw. beim Rebschutzwart zu erfragen.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Aufgrund der ab morgen angekündigten Niederschläge und der daraus resultierenden unsicheren Befahrbarkeit wird vor allem in den stärker von Peronospora befallenen Gebieten eine Behandlung vor dem Regen mit einem Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit empfohlen. Zum Einsatz kommt z.B. Videryo (2,5 l/ha, WZ 28 Tage), Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha, WZ 35 Tage) oder Manfil 80 WG (1,0 kg/ha, WZ 28 Tage – ein Einsatz wegen Raubmilbenschädigung).

Wer risikobereiter ist, behandelt nach den Niederschlägen kurativ innerhalb des Zeitfensters von 48 Stunden, also bis spätestens Samstagabend. Zum Einsatz kommt dann z.B. Forum Gold (1,56 kg/ha), Orvego (1,6 l/ha) oder Ampexio (0,48 kg/ha).

 

Oidium:
Der Einsatz von Topas (0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (0,28 l/ha) ist ausreichend.

Der Spritzabstand kann ca. 12 Tage betragen, der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha.

Anstehende Spritzmaßnahmen sind am Termin der Abschlussbehandlung (21.7.18) auszurichten.

 

Weinbauliche Hinweise:

Weinbaulich befinden wir uns in der Phase des „Feintunings“. Noch nicht abgeschlossene Arbeiten wie Entblätterungen (Achtung: Sonnenbrandgefahr!), Ertragsregulierungen und sonstige Pflegemaßnahmen können nun etwas koordinierter und ruhiger weitergeführt werden.

Wo nötig und/oder gewünscht können weiterhin Blattdünger gegen Stiellähme (Magnesiummangel) oder Chlorose (Eisenmangel) eingesetzt werden.

ESCA und/oder BDA-Symptome werden nun immer augenscheinlicher – egal was vorliegt, das Ende ist bekannt!

Auffällig ist aber 2018 dass vor allem Apoplexie, das schnelle Zusammenbrechen der Stöcke beobachtet werden kann.

Ebenfalls sehr kritisch sind die aktuellen Entwicklungen in Sachen Reblausbefall an Ertragsreben. Meist von einer stark befallenen Böschung ausgehend kommt es dieses Jahr vermehrt zu Übersiedlungen und Blattgallenbildung an Kulturreben.

                       

 

Dem muss dringend Einhalt geboten werden und es wird an dieser Stelle nochmals auf die gemeinsame Allgemeinverfügung zur Reblausbekämpfung an Böschungen der Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Stadt Freiburg verwiesen.

 

Sonstige Hinweise:

12.7.18 18:30 Uhr Rebbegehung WG Schliengen-Bahlingen, Treffpunkt Parkplatz Silberbrunnen

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 28

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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