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Weinbauinfo Nr.12-2018

Datum: 27.06.2018

Weinbauinfo Nr. 12 vom 27.06.2018

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Der Jahreszeit entsprechendes sommerliches Wetter mit viel Sonnenschein bei moderaten Temperaturen bestimmt das Wochenbild. Für die Landwirtschaft ist das einerseits ein positiver Zustand, da anstehende Arbeitsgänge planbar werden, anderseits darf natürlich die ausbleibende Wasserversorgung nicht vergessen werden. Ein nachhaltiger Niederschlag ist aktuell nicht in Aussicht, so dass vor allem Junganlagen nun vereinzelt bereits Trockenstress zeigen. Sichtbar wird auch ESCA, unser langjähriger ärgerlicher Wegbegleiter, der sich sicherlich in den nächsten Wochen bei ansteigender Reife weiter ausbreiten wird.

Insgesamt ist 2018 stark mit 2011vergleichbar, also im Vergleich zum langjährigen Mittel mit einem gut 2 wöchigen Entwicklungsvorsprung. Ein früher Herbst mit allen Chancen und Problemen wird immer wahrscheinlicher.

Die Wetterprognose meldet, wie bereits erwähnt weiterhin sommerlich und warm bis zum Wochenende mit Temperaturen um 30°C, erst nächste Woche steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit an aber es bleibt warm.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Die Fangzahlen steigen wegen der derzeitigen Temperaturen aktuell an und es wurde in einigen Gemarkungen zwischen dem 18. und 22.6 ein Flughöhepunkt der zweiten Generation des Traubenwicklers bonitiert. Dort wird eine Behandlung mit einem zugelassenen Insektizid (Coragen, Steward, Mimic, SpinTor àAchtung bienengefährlich! oder BT-Präparaten) zur Wochenmitte hin empfohlen. Für den größten Teil der Lagen im Beratungsgebiet wird der Flughöhepunkt Richtung Wochenende erwartet, dort wird die Behandlung voraussichtlich in KW 27 stattfinden. Grundsätzlich gilt: Flughöhepunkt + 5-7 Tage = Behandlungszeitraum.

Möglicherweise kann diese Behandlung mit laufenden Pflanzenschutzmaßnahmen bzw. noch nicht abgeschlossenen Botrytisbehandlungen kombiniert werden.

Die genauen Fangzahlen sind beim Rebschutzwart zu erfragen bzw. sind unter www.vitimeteo.de abrufbar.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Es besteht aufgrund fehlender Feuchtigkeit bzw. Blattnässe weiterhin keine hohe Infektionsgefahr durch Peronospora. Zudem ist die stehende Laubwand mehrfach abgedeckt und geschützt sowie die kritischen Gipfelblätter abgeschnitten. Das Beibehalten der Kontaktstrategie mit z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha), Delan WG (0,8 kg/ha) oder Videryo (2,5 l/ha) ist ausreichend. Nur bei Behandlungen nach Niederschlägen kann es sinnvoll sein auf kurative Mittel wie z.B. Vincare, Ampexio, Aktuan oder Sanvino zu wechseln.

Ab jetzt sollten keine Mittel mit 56 Tagen Wartezeit mehr eingesetzt werden.

 

Oidium:

Der Einsatz von Topas (0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (0,28 l/ha) ist ausreichend, da die Beeren das kritische Oidiumfenster verlassen haben.

Der Spritzabstand kann 12-14 Tage betragen, der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha.

In der gemeinsamen Besprechung des WBI Freiburg und der Weinbauberatung wurde der 21.7.2018 als Termin der Abschlussspritzung festgelegt. Sonderlesen wie Sektgrundwein, neuer Süßer etc. sollten bis 14.7.2018 letztmalig behandelt werden.

Auch hier sei nochmals an 2011 erinnert, wo die Abschlussspritzung am 23.7. durchgeführt wurde.

Die ausstehenden Pflanzenschutzmaßnahmen sollten sich an diesem Termin orientieren und Spritzabstände entsprechend angepasst werden.

 

Weinbauliche Hinweise:

Mit fortschreitender Reife steigt das Sonnenbrandrisiko. Entblätterungen sollten, vor allem in Weißweinsorten, nur noch sonnenabgewandt durchgeführt werden. Auch früh reifende Sorten sollten nun nur noch mit Bedacht und Augenmaß entblättert werden.

Einige Anlagen haben teilweise erhebliche Überträge und es sollten dort alle qualitätsfördernden Maßnahmen für eine gute Weinqualität umgesetzt werden.

Das rechtzeitige Gipfeln hilft Wasser zu sparen und senkt das Infektionsrisiko durch Neuinfektionen der Peronospora enorm. Neu- und Junganlagen (vor allem Hochstammreben) sollten mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Wo nötig und/oder gewünscht können weiterhin Blattdünger gegen Stiellähme (Magnesiummangel) oder Chlorose (Eisenmangel) eingesetzt werden.

 

Sonstige Hinweise:

Aufgrund der Flächenkontrollen der Flurstücke aus dem Förderverfahren Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen kann die Erreichbarkeit des Weinbauberaters eingeschränkt sein. Wir bitten um Verständnis.

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 27

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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