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Weinbauinfo Nr.11-2018

Datum: 21.06.2018

Weinbauinfo Nr. 11 vom 21.06.2018

 

 

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Hochsommerliches Wetter bringt die Entwicklung weiter rasch voran, Traubenschluss ist durchgängig erreicht und die Anlagen stehen hervorragend. Der gute Gesundheitszustand in den meisten Gemarkungen bringt nun auch Luft im Pflanzenschutz, zumal für die kommenden Tage weiterhin sonniges Wetter mit kaum/keinem Regen angekündigt ist. Dazu sollen zum Wochenende die Temperaturen etwas fallen, angesichts der Hitze der vergangenen Tage ist das aber auch kein Fehler.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug der zweiten Generation des Traubenwicklers hat begonnen und durch die vergangenen heißen Tage etwas angezogen. Ein Flughöhepunkt ist derzeit aber noch nicht erreicht und eine Bekämpfung nicht nötig bzw. sinnvoll. Wer die Bekämpfung nicht als Sondermaßnahme mit separatem Termin (Flughöhepunkt plus 1 Woche) plant, sollte daran denken dass die übernächste Behandlung dann möglicherweise zu spät ist. Es kommt ein zugelassenes Insektizid wie z.B. Coragen, Steward, Mimic oder SpinTor (Achtung: bienengefährlich!) zum Einsatz.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Die Hitze und Trockenheit war sehr hilfreich für die Eindämmung der Peronospora. Mögliche Sekundärinfektionen aus Ölflecken finden keine weiteren Sporulationsmöglichkeiten und trocknen ein. Fallen keine Niederschläge, wonach es derzeit aussieht und bedingen neue Blattnässe, ist die Gefahr durch Peronospora gering. Der Spritzabstand kann demnach gezogen werden und bei ca. 12-14 Tagen liegen. Zum Einsatz kommt ein Kontaktmittel wie z.B. Delan WG (0,8 kg/ha – nur bei weitest gehend abgeschlossener Laubarbeit), Polyram WG (3,2 kg/ha) oder Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha).

Sollten vor der Spritzung doch stärkere Niederschläge fallen (aber nur dann) kann ein kuratives Mittel wie z.B. Sanvino (1,5 kg/ha), Melody Combi (2,4 kg/ha) oder VinoStar (2 kg/ha) sinnvoll sein.

 

Oidium:

Die Beeren haben die kritische Infektionsphase nun verlassen und es kann auf die „alten“, etablierten Wirkstoffe Topas (0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (0,28 l/ha) zurückgegriffen werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x4.

Die Wasseraufwandmenge beträgt 800 l/ha.

 

Weinbauliche Hinweise:

In vielen Anlagen zeichnet sich ein deutlicher Überertrag ab, vor allem dort wo nicht mittels Bioregulatoren und/oder Ausblasetechnik gearbeitet wurde. Sehr auffällig sind vor allem Müller-Thurgau Anlagen, welche noch deutliche Ertragskorrekturen benötigen um in eine ordentliche und sinnvolle Mengen-Güte Relation zu kommen.

Bei den anstehenden Laubarbeiten kann man sich ein umfassendes Bild der Ertragssituation verschaffen und ggf. regulierend eingreifen.

Laubarbeiten sollten fortgesetzt werden um die Abtrocknung und Anlagerung zu verbessern. Es ist ausreichend 2-3 Blätter von unten zu entfernen und ein „Laubdach“ stehen zu lassen. Rotweinsorten können kräftiger beidseitig, Weißweinsorten einseitig sonnenabgewandt entblättert werden.

 

Die Wasserversorgung ist im Moment zwar noch ausreichend. In Anbetracht der vorhergesagten trockenen Witterung sollte aber, in Junganlagen und in 2-3 jährigen Anlagen, an bodenwasserschonende Maßnahmen gedacht werden.

 

Zur Stiellähmevorbeugung wird der Zusatz von 12 – 15 kg / ha Bittersalz, Produkt Epso – Top, empfohlen. Es kann zur normalen als auch zur Traubernzonenbehandlung zugesetzt werden.

 

Auffällig werden aktuell auch Absterbeerscheinungen, vor allem bei Stöcken mit hohem Ertrag bzw. Überertrag. Die Symptome sind denen ESCA ähnlich, es handelt sich dabei aber um die BDA (Black dead arm disease), eine Pilzinfektion die zum Absterben der Reben führt. Melden Sie starke Syptomausprägungen bitte der Weinbauberatung.

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 26

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

 

 

 

 

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