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Weinbauinfo Nr.10-2018

Datum: 13.06.2018

Weinbauinfo Nr. 10 vom 13.06.2018

 

 

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Wunderschöne, gesunde und sehr gepflegte Bestände prägen das Landschaftsbild im Beratungsgebiet. Die teilweise sehr starken Niederschläge der vergangenen Woche haben lokal zu Flurschäden durch abrutschende Böschungen, Erosionsschäden und vor allem stark eingeschränkter Befahrbarkeit geführt, glücklicherweise aber keine Hagelschäden verursacht. Grund dafür waren die nicht abziehenden Gewitter die zu teilweise fast unvorstellbaren Regenmengen geführt haben. Dies brachte logischerweise auch lange Blattnässezeiten und einhergehend erste Ölfleckenfunde in den oberen Laubwänden. Die Wetterprognose meldet aktuell aber ein Abklingen dieser Gewitterphänomene und ein Absinken der Temperaturen. Das Spritzfenster scheint Richtung Wochenende demnach günstig zu sein.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Die Fangzahlen des Traubenwicklers bewegen sich derzeit auf geringem Niveau, eine Behandlung ist aktuell nicht nötig. Die Rebschutzwarte werden gebeten die Fangzahlen in gewohnter Art an die Weinbauberatung zu melden. Eine Übersicht findet sich unter www.vitimeteo.de

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Aufgrund der sehr gesunden Bestände und geringem Infektionspotential ist eine Behandlung mit einem Kontaktmittel zum Wochenende hin (gutes Spritzfenster) ausreichend. Zum Einsatz kommt z.B. Polyram WG (3,2 kg/ha), Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha) oder Delan WG (0,8 kg/ha). Fallen erneute Niederschläge ist der Wechsel auf ein kuratives Mittel wie z.B. Forum Gold (1,56 kg/ha), Melody Combi (2,4 kg/ha) oder Sanvino (1,125 kg/ha) sinnvoll.

 

Oidium:

Mit Erreichen des Stadiums Traubenschluss steigt durch Bildung der Wachsschicht die Widerstandskraft der Beeren.

Da noch nicht alle Beeren das hochanfällige Stadium verlassen haben, sind weiterhin potente Mittel wie z.B. Dynali (0,8 l/ha), Talendo (0,375 l/ha) oder Vivando (0,32 l/ha) einzusetzen. In frühen Lagen kann auf Topas (0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (0,24 l/ha) zurückgegriffen werden.

Besonderes Augenmerk ist auf einen stetigen Wirkstoffgruppenwechsel zu legen.

Der Spritzabstand sollte 10-12 Tage nicht überschreiten, der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 3,5 - 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha.

 

Botrytis:

Noch ist nicht in allen Sorten und Lagen das Stadium Traubenschluss erreicht, so dass ein Botrytizideinsatz zur letztmaligen Abdeckung des Traubeninnern weiterhin möglich ist. Zum Einsatz kommt z.B. Switch (0,48 kg/ha), Teldor (0,8 kg/ha), Cantus (0,6 kg/ha) oder Prolectus (0,6 kg/h; gleiche Wirkstoffgruppe wie Teldor) als reine Traubenzonenbehandlung mit der Aufwandmenge Basis x 2. Die angegebenen Mengen sind bei einer vollen Laubwandbehandlung zu verdoppeln. Die beste Wirkung wird mit dem Befahren jeder Gasse erzielt. Die Vorgaben des Antiresistenzmanagements (Wirkstoffgruppenwechsel, max. 1 Anwendung pro Saison) sind einzuhalten.

 

Weinbauliche Hinweise:

Entblätterungen können gestartet oder fortgeführt werden um eine gute Abtrockung und frühe Abhärtung der jungen Beeren gegen Sonnenbrand zu erhalten.

Anlagen sollten so spät wie möglich, kurz vor dem Umkippen gegipfelt werden, da sonst die Kompaktheit der Trauben gefördert wird.

Weiterhin elementar und äußerst wichtig ist das Fortführen des Aufheftens da diese Maßnahme für spätere mechanische Arbeitsschritte (Entblätterung etc.) unerlässlich ist.

Chlorotische Anlagen können mit eisenhaltigen Blattdüngern wie z.B. Fetrilon, Folicin oder Lebosol – Eisencitrat behandelt werden. Gegen stark chlorotische Einzelstöcke hilft nur Lanzen.

Gegen Stiellähme kann Magnesium zugesetzt werden. Bittersalz (12-15 kg/ha; Produkt EpsoTop) ist empfehlenswert.

Blattdünger bitte nicht mischen, es besteht Verbrennungsgefahr. Auch vom Einsatz mehrerer Blattdünger gleichzeitig wird abgeraten.

 

Sonstige Hinweise:

18.6.18 18 Uhr Rebbegehung BWK Bereich südlicher Breisgau, Treffpunkt Kenzingen Wasserstelle Hummelberg

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 25

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

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