Service-Navigation

Suchfunktion

Weinbauinfo Nr.9-2018

Datum: 07.06.2018

Weinbauinfo Nr. 9 vom 07.06.2018

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Hervorragend gepflegte und gesunde Reben prägen das Bild derzeit. Obwohl teilweise heftige Niederschläge gefallen sind, liegt ein sehr guter allgemeiner Gesundheitszustand vor. Die Blüte ist bis auf einige Nachzügler abgeschlossen und die frühen Lagen und Sorten bewegen sich bereits aus dem Stadium Schrotkorngröße (BBCH 73) in Richtung Erbsengröße (BBCH 75). Das wird für die anstehende Pflanzenschutzmaßnahme bereits Überlegungen zum Botrytizideinsatz nötig werden lassen, denn voraussichtlich wird BBCH 77 (Traubenschluss) vor der übernächsten Pflanzenschutzmaßnahme erreicht sein.

Die Wetterprognose meldet sommerlich warmes, feuchtes und gewitteranfälliges Wetter für die kommenden Tage, möglicherweise mit einer Abkühlung ab nächster Woche. Dazu kann er lokal zu großen Regenmengen kommen, da aufgrund schwacher Höhenströmung kaum Luftbewegung stattfindet und entstehende Gewitter nicht abgetrieben werden.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug der zweiten Generation des Traubenwicklers hat noch nicht begonnen, steht aber in den Startlöchern. Die Fangzahlen sollten im gewohnten Schema der Weinbauberatung gemeldet werden.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Bei kurzen Spritzabständen (ca. 10 Tage) sind bei Behandlungen ohne vorherige Niederschläge Kontaktmittel ausreichend. Zum Einsatz kommen z.B. Folpan 80 WDG (1,2 kg/ha), Polyram WG (2,4 kg/ha) oder das neue Videryo (1,875 kg/ha). Nur wenn ergiebige Niederschläge fallen, ist der Einsatz eines Kurativmittels wie z.B. Orvego (1,2 l/ha), Ampexio (0,48 kg/ha) oder Aktuan (1,5 kg/ha) innerhalb der nächsten 48 Stunden zielführender, um entstandene Infektionen abzustoppen.

 

Oidium:

Weiterhin wichtig ist der konsequente Schutz der noch jungen Beerchen, so dass ein Mittel der neuesten Generation eingesetzt werden sollte. Wer in der letzten Behandlung ein Mittel aus der Wirkstoffgruppe „L“ (Sercadis oder LunaExperience) eingesetzt hat, sollte jetzt unbedingt einen Wirkstoffgruppenwechsel vornehmen und ein Mittel aus einer anderen Gruppe wählen (siehe Antiresistenzmanagement).

Zum Einsatz kommt dann z.B. Talendo (0,3 l/ha, Gruppe „J“), Dynali (0,6 l/ha, Gruppe „R“) oder Vivando (0,24 l/ha, Gruppe „K“).

Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 3 – 3,5 je nach Entwicklungsstand. Die Wasseraufwandmenge beträgt 800 l/ha.

 

Botrytis:

Wie erwähnt ist in Kürze mit dem Stadium „Traubenschluss“ zu rechnen. Es bietet sich dann letztmalig die Chance das Traubeninnere zu erreichen. In frühen Jahren wie 2018 sollte diese zur Fäulnisvermeidung essentielle Behandlung dringend durchgeführt werden. Zum Einsatz kommt z.B. Switch (0,84 kg/ha), Teldor (0,8 kg/ha), Cantus (0,6 kg/ha) oder Prolectus (0,6 kg/ha; gleiche Wirkstoffgruppe wie Teldor) als reine Traubenzonenbehandlung mit der Aufwandmenge Basis x 2.

Beobachten Sie ihre Bestände genau zur Festlegung des optimalen Einsatztermins, denn wenn die großen Stielgerüste lange offen bleiben kann dieser evtl. auf nächste Woche gezogen werden. Die beste Wirkung wird mit dem Befahren jeder Gasse erzielt. Die Vorgaben des Antiresistenzmanagements (Wirkstoffgruppenwechsel, max. 1 Anwendung pro Saison) sind einzuhalten

 

Weinbauliche Hinweise:

Wo Entblätterungen mit der „Ausblasetechnik“ geplant sind, sollte der Zeitpunkt Schrotkorn- bis Erbsengröße gewählt werden um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Der Druck sollte auf 0,4 bar bis maximal 0,6 bar begrenzt werden, da es nicht zielführend ist möglichst viel Laubmasse und ggf. nachzügelnde Triebe „abzuschießen“, sondern eine moderate Entblätterung und saubere Trauben durch Blüteresteentfernung zu bekommen. Andere maschinelle Verfahren haben ein längeres Einsatzfenster bis zum Beginn der Reife.

Auch die Handentblätterung der Traubenzone (2-3 Blätter von der Triebbasis) kann aktuell begonnen werden. Rotweinsorten sollten beidseitig, Weinweinsorten einseitig sonnenabgewandt entblättert werden.

 

Der Laubschnitt sollte idealweise erst kurz vor dem Umknicken der Triebspitzen durchgeführt werden, da sonst bereits frühzeitig die Kompaktheit der Trauben gefördert wird.

 

Im Bedarfsfall kann nach der Blüte mit chelathaltigen Blattdüngern gegen Eisenchlorose bzw. Blattdüngern mit Magnesium (z.B. Epso Top 12-15 kg/ha) gearbeitet werden.

 

Sonstige Hinweise:

Maschinenvorführung Kaiserstuhl

22.06.2018 um 14:00 Uhr

Im Weingut Bercher, 79235 Vogtsburg-Burkheim

mit F. Bähr Landmaschinen

Ziele:

- Möglichkeiten der herbizidfreien Unterstockbearbeitung, v.a. mit Rollhacke und Fingerhacke.

- Richtige Einstellung der Geräte bei flachen Lösslagen, Seitenhang sowie steilen und steinigen Vulkanverwitterungslagen.

- Schulung der Teilnehmer mit den Geräten

Alle Winzerinnen und Winzer sind herzlich eingeladen

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 24

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

Fußleiste