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Weinbauinfo Nr.18-2017

Datum: 31.08.2017

Weinbauinfo Nr. 18 vom 31.08.2017

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Der Startschuss zur Weinlese 2017 ist bereits gefallen und hat in einigen Fällen schon die Hauptsorten der Burgundergruppe erreicht. Vor allem auf frühen Lagen mit frühen Sorten und Klonen und auch dort wo die Alkoholwerte etwas moderater gewünscht wurden sind bereits Burgunderlesen durchgeführt worden. In den meisten Fällen befinden wir uns derzeit bei der Lese der Frühsorten sowie der bereits mit früher Fäulnis belasteten Partien.

Der Gesundheitszustand ist allgemein als positiv zu bewerten, vorgeschädigte Anlagen hingegen (Wespen, Mäuse, Hagel etc.) sollten intensiv beobachtet und ggf. eine Vorlese in Betracht gezogen werden. Dort ist auch Zuflug und Eiablage der KEF zu beobachten und es muss genau abgewogen werden ob eine Bekämpfung (Bekämpfungsmöglichkeiten siehe Weinbauinfo Nr.15) unter Einhaltung der Wartezeiten noch möglich und sinnvoll ist.

Problematisch ist auch dass faulende Trauben ausschließlich und fast sofort Essigfäule bekommen, welche die Attraktivität des Bestands und damit Zuflug KEF stark erhöht.

Beobachten Sie ihre Bestände intensiv und ziehen sie in Absprache mit ihrem Vermarkter die richtigen Schlüsse! Derzeit sollte von einem sehr schnellen Herbst ausgegangen werden, da der allgemeine Zustand der Anlagen sehr indifferent ist.

Die Wetterprognose hat Recht behalten und es hat der auf gestern Abend vorhergesagte Wetterumschwung mit Regen und Abkühlung stattgefunden.

Vor allem die Abkühlung kann sich sehr positiv auf die Reife und Aromenbildung auswirken.

Wie es nach dem Regen weitergeht ist noch unsicher, wahrscheinlich ist aber die Hitzewelle vorbei und es werden sich moderate Temperaturen um 20°C einstellen.

 

Tierische Schädlinge:

Kirschessigfliege:

Die hohen Temperaturen der letzten Zeit haben der KEF eher geschadet als gut getan. Auch deswegen ist es bisher nicht zu Eiablage in gesunden Beständen gekommen. Bisher lässt sich nur Eiablage an vorgeschädigten Beeren feststellen. Hier ist auch in Verbindung mit neuen Schäden durch Essig bzw. Aufplatzen nach Regen weiterer Zuflug und Eiablage also Populationsentwicklung der KEF zu erwarten. Reaktionsmöglichkeiten sind eine frühe, vorgezogene Lese oder eine Bekämpfung mit einem zugelassenen Insektizid unter Einhaltung der Wartezeit. Beachten Sie dazu die Hinweise und Anwendungsbestimmung bzw. Besonderheiten der eingesetzten Mittel und die Hinweise zum Bienenschutz.

Die frühreifen Sorten befinden sich auf der Zielgeraden und werden in absehbarer Zeit geerntet. Anlagen sind intensiv zu beobachten und bei ansteigenden Flugzahlen bzw. Saftaustritt bitte die Weinbauberatung kontaktieren.

Fliegen findet man häufig im Schatten und in den Morgen- bzw. Abendstunden.

Alle Ergebnisse der Eibonitur des WBI können unter www.vitimeteo.de eingesehen werden. Dort sind auch weiterführende Informationen zu finden.

Grundsätzlich muss jeder Winzer selbst die Notwendigkeit einer Bekämpfung sowie den Beginn der Maßnahmen anhand des Befalls bzw. des Befallsrisikos abwägen und festlegen. Sprechen Sie bitte vor einer Behandlung mit Ihrem Vermarktungsbetrieb bezüglich Lesezeitpunkt.

 

Weinbauliche Hinweise:

Wir befinden uns aktuell in einem Dilemma was die Ausprägung der Entblätterung angeht. Einerseits ist aktuell deutlich sichtbar dass eine späte Entblätterung (oder eher Freistellung) die KEF-Gefahr deutlich absenkt und die Bestände lange gesund bleiben, andererseits gibt es aber auch Bemühungen den Alkoholwert in einem vernünftigen Rahmen zu halten und da sind starke Entblätterungen und Reifeverfrühung natürlich kontraproduktiv. Das moderate Entblättern, wie bereits mehrfach publiziert und kommuniziert ist das beste Mittel um hier einen vernünftigen Spagat zwischen Reife, Weinqualität und Gesunderhaltung zu erreichen.

 

Sonstige Hinweise:

Reifemessungen aus der KW 35:

 

Spätburgunder: 82 – 92 °Oe, Sre. 8,6 – 11,0 g/l

Grauburgunder: 81 – 91 °Oe, Sre. 8,5 – 10,1 g/l

Weißburgunder: 81 - 93 °Oe, Sre. 8,6 – 10,2 g/l

Müller-Thurgau: 78 – 82 ° Oe, Sre. 5,8 – 7,1 g/l

 

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, situationsbedingt bzw. nach Bedarf

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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