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Weinbauinfo Nr.15-2017

Datum: 26.07.2017

Weinbauinfo Nr. 15 vom 26.07.2017

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Zunehmende Reife mit färbenden Beeren (Regent, Acolon) in Kombination mit einigen schönen Landregenereignissen in den vergangenen Tagen prägen aktuell das Landschaftsbild. Die Bestände, vor allem auf trockenen Standorten haben quasi auf den Regen gewartet und nun hat dieser auch erstmals nachhaltig Einzug gehalten. Damit dürften die ärgsten Wassersorgen der Vergangenheit angehören. Wie in der letzten Weinbauinfo angesprochen bleibt der Grat allerdings schmal, da die Kombination aus weiterem Niederschlag und der durchgängig hohen Kompaktheitsgrade der Trauben sich auch schnell negativ in Form von Fäulnis zeigen kann. Die Bestände sind bis auf wenige Ausnahme fast krankheitsfrei und in hervorragendem Bewirtschaftungszustand.

Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage weiterhin unbeständiges Wetter aber weniger Regen und in der nächsten Woche wieder sommerlich und heiß mit möglichen Hitzegewittern.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug des Traubenwicklers ist beendet. Zur Absicherung gegen eine mögliche dritte Generation sind die Fallen weiterhin zu kontrollieren und Auffälligkeiten der Weinbauberatung zu melden.

 

Kirschessigfliege:

Mit Beginn der Reife, signalisiert durch erste färbende Beeren beginnen in den nächsten Tagen die diesjährigen Monitoringmaßnahmen gegen KEF im Weinbau.

Die lange Hitzeperiode in Kombination mit wenigen Vorfrüchten zur Populationsentwicklung lässt ein flächiges Auftreten unwahrscheinlich werden.

Alle weinbaulichen Maßnahmen zur Vermeidung des Zuflugs (Entblätterung, freihängende Beeren/Trauben etc.) sollten nun schnellstmöglich wo noch nicht geschehen umgesetzt oder zu Ende gebracht werden.

 

Für den Bedarfsfall stehen 2017 folgende Optionen zu Verfügung:

 

  • Spintor 0,16 l/ha, 2 Anwendungen, WZ 14 Tage Achtung bienengefährlich!
  • Mospilan SG 0,375 kg/ha, 1 Anwendung, WZ 14 Tage
  • Combi-protec in Tankmischung mit Spintor, 1l combi-protec in 20 l Spritzbrühe mit 5 ml Spintor (es gelten die Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten bzw. Auflagen von Spintor)
  • Combi-protec in Tankmischung mit Mospilan, 1l combi-protec in 20 l Spritzbrühe mit 25 g Mospilan (es gelten die Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten bzw. Auflagen von Mospilan)
  • Karate Zeon 0,075 l/ha, 1 Anwendung, WZ 7 Tage (Gebrauchsanleitung bezüglich Abdriftminderung beachten!)
  • Exirel 0,9 l/ha, 1 Anwendung, WZ 10 Tage Achtung bienengefährlich!

Es gelten die in der Gebrauchsanleitung festgesetzten Anwendungsgebiete, Kennzeichnungsauflagen und Anwendungsbestimmungen, insbesondere hinsichtlich des Bienenschutzes.

Die aktuellen Zahlen der Eiablage sowie weiterführende Informationen sind im Internet unter www.vitimeteo.de abrufbar.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Mit der anstehend letzten Behandlung endet die Pflanzenschutzsaison 2017. Diese war und ist geprägt von einem bis auf wenige Ausnahmen hervorragenden Gesundheitszustand der Reben. Für die Abschlußbehandlung zum Termin 29.7. kommt ein Kupferpräparat wie z.B. Funguran progress (2,0 kg/ha, WZ 21 Tage) oder Cuprozin progress (1,6 l/ha, WZ 21 Tage) zum Einsatz. Alternativ und/oder vom Vermarktungsbetrieb erwünscht kann auf ein Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit wie z.B. Mildicut (4,0 l/ha, WZ 21 Tage) zurückgegriffen werden.

 

Oidium:

Der Einsatz von Topas (0,32 l/ha, WZ 35 Tage) oder Systhane 20 EW (0,24 l/ha, WZ 28 Tage) ist ausreichend. Alternativ kann auch ein Präparat auf Backpulverbasis wie z.B. Kumar (5,0 kg/ha) oder Vitisan (12,0 kg/ha – beide ohne WZ) eingesetzt werden.

 

Botrytis:

Generell gilt sich mit dem Vermarkter abzusprechen ob ein Einsatz erwünscht ist. Für besonders kompakte Sorten und Klone sowie für Sonderlinien bzw. Selektionen kann der Einsatz dann sinnvoll sein. Zum Einsatz kommt z.B. Teldor (1,6 kg/ha, WZ 21 Tage), Cantus (1,2 kg/ha, WZ 28 Tage) oder Switch (0,96 kg/ha, WZ 21 Tage). Für eine Traubenzonenbehandlung ist die Aufwandmenge zu halbieren. Es ist auf einen Wirkstoffgruppenwechsel zu achten.

Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4, die Wassermenge beträgt 800 l/ha.

Beachten Sie die gesonderten Mittelzulassungen für den Anbau von Tafel- und Esstrauben.

 

Weinbauliche Hinweise:

                       

Die starke Kompaktheit der Trauben führt zu teilweise heftigen Abdrückerscheinungen (siehe Bild) die sich in blau welkenden Beeren zeigen. Das gezielte Traubenteilen zur Auflockerung der Traubenstruktur und damit zur Fäulnisvermeidung ist stark qualitätsfördernd und sehr empfehlenswert. Diese Maßnahme kann noch bis zum Beginn der Zuckereinlagerung problemlos durchgeführt werden.

Anlagen mit sichtbarem Überertrag sollten noch vor Farbumschlag bzw. Weichwerden ertragsreguliert werden. Sinnvoll ist eine Kombination von Traubenteilung und der gezielten Entnahme ganzer Trauben. Dies dient auch der Gesunderhaltung und Fäulnisvermeidung, aber auch gegen Ohrwürmer.

Weiterhin besteht die Möglichkeit im weiteren Reifeverlauf unreife bzw. nachzügelnde Traubenteile zu entfernen (Achtung bei roten Sorten aufgrund Attraktivität Eiablage KEF).

 

In vielen Anlagen wurde der Laubschnitt bereits durchgeführt um im Gipfellaub entwickelte Ölflecken zu eliminieren, in den verbleibenden Anlagen sollte diese Maßnahme zur Gesunderhaltung ebenfalls durchgeführt werden.

Entblätterungsmaßnahmen können, heiße Tage und hohe Sonneneinstrahlung ausgenommen, in den nächsten Tagen fortgeführt bzw. nachgearbeitet werden.

Wo gewünscht und nötig kann nach wie vor mit magnesium- bzw. eisenhaltigen Blattdüngern gearbeitet werden.

 

Nach wie vor stark auffällig ist ESCA in teilweise heftiger Ausprägung. Betroffene Stöcke sollten markiert und nach Vegetationsabschluß aus der Anlage genommen werden.

 

Sonstige Hinweise:

Termine:

1.8.17 18 Uhr Rebbegehung WG Jechtingen-Amoltern, Treffpunkt Traubenannahmestation Amoltern

 

2.8.17 18 Uhr Rebbegehung WG Schliengen-Bahlingen, Treffpunkt Fohberghütte Bahlingen

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, innerhalb 2 Wochen

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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