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Weinbauinfo Nr.14-2017

Datum: 18.07.2017

Weinbauinfo Nr. 14 vom 18.07.2017

 

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Schöne gepflegte Bestände und viel Arbeit der Winzerinnen und Winzer prägen das Landschaftsbild. Es ist eine wahre Freude durch die Reben zu fahren und die Natur zu genießen, wäre da nicht die nach wie vor unbefriedigende Niederschlags- bzw. Wassersituation und die leider nun immer deutlicher werdenden Ertragseinbußen durch den Frost. Viele Bestände sehen visuell gut aus, geht man aber ins Detail hängen wenige Trauben und diese auch noch teilweise mit sehr geringen Trauben-/Beerengewichten. Abdrückerscheinungen und starke Kompaktheit geben Anlass zur Sorge, denn kräftiger Regen bzw. größere Niederschlagsmengen können dort zu früher Fäulnis bzw. Essig führen. Wir bewegen uns also aktuell auf einem schmalen Grat, einerseits ist Wasser zur Milderung des Trockenstresses dringend notwendig, andererseits kann zu viel Wasser wie erwähnt schnell negativ Einfluss nehmen.

Die Wetterprognose meldet für die nächsten Tage angenehmes Sommerwetter mit Temperaturen um 25°C sowie ab Donnerstag bis über das Wochenende Durchzug von kurzen Schauern.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug der zweiten Generation des Traubenwicklers neigt sich dem Ende entgegen, nur noch einzelne bekreuzte Traubenwickler werden derzeit gefangen. Die Rebschutzwarte werden gebeten die Fallen weiterhin zu beobachten um eine mögliche dritte Generation festzustellen. Für die genauen Fangzahlen nehmen sie bitte Kontakt zum zuständigen Rebschutzwart auf bzw. nutzen die Übersicht unter www.vitimeteo.de

Herzlichen Dank an alle Rebschutzwarte ohne deren Hilfe eine ordentliche und termingerechte Bekämpfung des Traubenwicklers nicht möglich wäre!

 

Grüne Rebzikade:

Meldungen von verstärktem Auftreten der grünen Rebzikade vor allem an Waldrändern zeigen ein weiteres Gefahrenpotential durch den Verlust von Assimilationsfläche.

Die Rebzikade saugt an den Blättern und hinterlässt dabei typische mosaikartige Verfärbungen bzw. Aufhellungen. Zudem sind die Verpuppungsstadien auf der Blattunterseite erkennbar. Zur Festlegung der Symptome bzw. Unsicherheit in der Erkennung bitte die Weinbauberatung kontaktieren. Im Bedarfsfall kann bei starkem Befall nach Bonitur ein Insektizideinsatz (Kiron, Steward) zur nächsten Pflanzenschutzmaßnahme geplant werden kann. Auch das alternierende Mulchen in Befallslagen kann helfen die Population einzudämmen.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Ausstehende Pflanzenschutzmaßnahmen sollten sich am Abschlusstermin 29.7. orientieren und wenn möglich vor dem ab Donnerstag angekündigten Durchzug einer Regenfront durchgeführt werden.

Zum Einsatz kommt ein Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit wie z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha; WZ 35 Tage), Enervin (4,0 kg/ha; WZ 35 Tage) oder Mildicut (4,0 l/ha; WZ 21 Tage).

Nur wenn nach Niederschlägen behandelt wird bzw. mehr Niederschläge fallen kann es sinnvoll sein auf kurative Mittel zu wechseln.

Die Spritzabstände können bei 10-12 Tagen liegen. Für die Abschlussbehandlung ist ein Kupferpräparat empfehlenswert und sollte entsprechend eingeplant werden.

 

Oidium:

Der Einsatz von Systhane 20 EW (0,24 l/ha; WZ 28 Tage) oder Topas (0,24 l/ha; WZ 35 Tage) ist ausreichend. Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4, die Wassermenge beträgt 800 l/ha.

Beachten Sie die gesonderten Mittelzulassungen für den Anbau von Tafel- und Esstrauben.

 

Weinbauliche Hinweise:

Mit ESCA befallene Stöcke, die nun häufiger sichtbar werden, sollten gekennzeichnet werden. Diese Stöcke sollten später abgeschnitten und die Stämme aus den Anlagen genommen werden. In leichten Fällen kann ein Stammneuaufbau im Folgejahr Sinn machen.

 

Sonstige Hinweise:

Termine:

24.7.17 18 Uhr Rebbegehung BWK Bereich Kaiserstuhl, Treffpunkt Leiselheim Gestühl

 

25.7.17 18 Uhr Rebbegehung BWK Bereich südl. Breisgau, Treffpunkt Nordweil Winzerhof Frank

 

27.7.17 18 Uhr Rebbegehung WG Sasbach, Treffpunkt Limberg

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 30

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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