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Weinbauinfo Nr.13-2017

Datum: 12.07.2017

Weinbauinfo Nr. 13 vom 12.07.2017

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Endlich kam der lang ersehnte nachhaltige Regen der sich sehr günstig auf das weitere Wachstum auswirken wird. Die gefallenen Mengen von knapp 28 mm an der Wetterstation Königschaffhausen, 20 mm an der Station Herbolzheim und 30 mm an der Station Glottertal zeigen aber auch, dass wir uns leider weiterhin deutlich im Wasserdefizit befinden. Trockenstress bleibt also weiterhin auf bekannten Standorten und vor allem bei jungen Reben ein Thema. Die Ertragsaussichten sind, wie bekannt, stark vom Grad der Frostschädigung abhängig, auffällig ist allerdings eine bereits zum jetzigen Zeitpunkt starke Kompaktheit sowie das teilweise Abdrücken von Beeren.

Die Wetterprognose meldet zum Wochenende hin wieder wärmer und weniger bewölkt, ab der nächsten Woche dann erneut hochsommerlich mit Temperaturen bis 31°C.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Die Fangzahlen der zweiten Generation des einbindigen Traubenwicklers bewegen sich in den meisten Gemarkungen auf niedrigem Niveau. Der Flug des bekreuzten Traubenwicklers hält weiterhin an und erreicht in manchen Gebieten aktuell hohe Fangzahlen. Es wird empfohlen in diesen Gebieten zur nächsten regulären Pflanzenschutzbehandlung ein zugelassenes Insektizid beizumischen um den hohen Flug, leider ohne sauberen Höhepunkt, abzudecken.

Für die genauen Fangzahlen in den jeweiligen Gemarkungen erfragen sie bitte die Rebschutzwarte bzw. nutzen sie die Übersicht unter www.vitimeteo.de

Bonituren in den Pheromongebieten erbrachten keinen Wurmbefall und bestätigen erneut die hohe und sichere Wirksamkeit der Verwirrmethode.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Seit dieser Woche finden sich verstärkt Ölflecken im Gipfel- und Geizlaub und zeigen deutlich welches Gefahrpotential selbst kleine Regenmengen haben. Die neu sichtbaren Ölflecke kommen aus den Infektionen zum Monatswechsel mit langer Blattnässe und starkem Neuzuwachs. Das ist nicht weiter besorgniserregend, denn die stehende Hauptlaubwand und vor allem die Trauben/Beeren sind gesund. Die Trauben haben zudem aufgrund ihres frühen Entwicklungsstands die anfällige Phase bereits verlassen.

Die eingeschlagene Kontaktstrategie kann somit fortgesetzt werden. Es kommt z.B. Folpan 80 WDG (WZ 35 Tage; 1,6 kg/ha), Enervin (WZ 35 Tage; 4,0 kg/ha) oder alternativ Folpan 500 SC (WZ 35; Tage 2,4 l/ha) zum Einsatz. Bei Behandlungen nach Niederschlägen kann es sinnvoll sein auf kurative Mittel zu wechseln.

Vor der Pflanzenschutzmaßnahme ist es sehr sinnvoll den infizierten Neuzuwachs zu gipfeln, dies lindert den Infektionsdruck erheblich.

 

Oidium:

Die Beeren haben die kritische Phase verlassen und es ist, auch in den frostgefährdeten Anlagen, der Einsatz von Topas (WZ 35 Tage; 0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (WZ 28 Tage; 0,24 l/ha) ausreichend.

Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha. Es sind bevorzugt Mittel mit kurzer Wartezeit einzusetzen.

 

Weinbauliche Hinweise:

Trotz des positiven Regens sind weiterhin bodenwasserschonende Maßnahmen (siehe vorherige Weinbauinfo Nr.12), vor allem in Junganlagen sinnvoll.

Entblätterungsmaßnahmen können bei moderaten Temperaturen diese Woche optimal zu Ende gebracht werden, ab nächster Woche steigt die Sonnenbrandgefahr dann voraussichtlich stark an.

Wo nötig und/oder gewünscht können weiterhin Blattdünger gegen Stiellähme (Magnesiummangel) oder Chlorose (Eisenmangel) eingesetzt werden.

Beachten Sie bitte die Hinweise zu den Wartezeiten im Anhang an diese Weinbauinfo.

 

Sonstige Hinweise:

Von einigen wenigen Umstrukturierungsanträgen fehlt die Pfropfrebenrechnung. Ausschlusstermin für die Abgabe ist der 15.7.17.

Wenn die Rechnung bis zum Ausschlusstermin nicht vorliegt, gibt´s kein Geld!

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 29

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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