Service-Navigation

Suchfunktion

Weinbauinfo Nr.12-2017

Datum: 05.07.2017

Weinbauinfo Nr. 12 vom 05.07.2017

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Die Rückkehr des Sommers zu Beginn dieser Woche brachte uns leider auch die Erkenntnis dass wenig bis fast gar kein Regen aus der „Sommerpause“ der vergangenen Woche entstanden ist. Es geht also mit dem bereits erheblichen Wasserdefizit weiter und leider sind auch für die nächsten Tage keine nachhaltigen Niederschläge in Aussicht. Jung- und Neuanlagen auf leichten Böden zeigen bereits deutlich Trockenstress und auf den steinigen Böden des Kaiserstuhls können auch an alten Anlagen Symptome von Wassermangel beobachtet werden.

Der hervorragende Gesundheitszustand der Anlagen mit nur vereinzelten Meldungen von Ölflecken in der Laubwand zeigt die gute Arbeit der Winzerinnen und Winzer, aber auch die seit der Blüte größtenteils unproblematische Pflanzenschutzsituation.

Die Wetterprognose meldet für die ganze Woche sommerlich und warm mit Temperaturen um 30° C und nur lokalen Niederschlägen.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Die Flugzahlen des Traubenwicklers sind seit dem Flughöhepunkt am vergangenen Wochenende stark zurückgegangen und bewegen sich auf niedrigem Niveau. Wo noch nicht geschehen bzw. gewünscht, kann der Traubenwickler in dieser Woche mit einem zugelassenen Insektizid bekämpft werden (Flughöhepunkt plus 7-10 Tage).

Der Flug des Bekreuzten Traubenwicklers hält weiter an, hier bitte die Bestände und vor allem die Flugintensität aufmerksam kontrollieren.

Möglicherweise kann diese Behandlung mit laufenden Pflanzenschutzmaßnahmen kombiniert werden.

Für die genauen Fangzahlen in den jeweiligen Gemarkungen erfragen sie bitte die Rebschutzwarte bzw. nutzen sie die Übersicht unter www.vitimeteo.de

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Wie bereits erwähnt sind sowohl Blätter als auch Trauben nahezu überall komplett gesund. Vor allem die anhaltende Trockenheit und Hitze haben Peronospora zu schaffen gemacht und etablierte Ölflecken ausgebrannt. Die eingeschlagene Kontaktstrategie kann fortgesetzt werden. Es kommt z.B. Polyram WG (WZ 56 Tage; 3,2 kg/ha), Folpan 80 WDG (WZ 35 Tage; 1,6 kg/ha) oder alternativ Folpan 500 SC (WZ 35; Tage 2,4 l/ha) zum Einsatz. Bei Behandlungen nach Niederschlägen kann es sinnvoll sein auf kurative Mittel zu wechseln.

Der Spritzabstand sollte/kann ca. 12 Tage betragen und ist am Termin zur Abschlußspritzung am 29. Juli auszurichten. Aufgrund des schnellen Beerenwachstums, des sehr guten Gesundheitszustands, der erwarteten frühen Lese sowie der guten Wetterprognose wird dringend empfohlen diesen einzuhalten!

 

Oidium:

Die Beeren haben weitestgehend die Phase der höchsten Empfindlichkeit gegen Oidium verlassen und nach heutigem Stand sollte eigentlich auch „nichts mehr anbrennen“.

Für die stark frostgeschädigten Anlagen mit nachzügelnden Trauben/Beeren sollte weiterhin ein organisches Fungizid wie z.B. Talendo (WZ 28 Tage; 0,375 l/ha), Vento Power (WZ 28; Tage 1,6 l/ha) oder Collis (WZ 28 Tage; 0,64 l/ha) eingesetzt werden, für die frühen Sorten/Lagen sowie Flächen ohne/wenig Frostschaden kann auf Topas (WZ 35 Tage; 0,32 l/ha) oder Systhane 20 EW (WZ 28 Tage; 0,24 l/ha) gewechselt werden.

Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha. Es sind bevorzugt Mittel mit kurzer Wartezeit einzusetzen.

 

Weinbauliche Hinweise:

Mit fortschreitender Reife und den anhaltend hohen Temperaturen steigt täglich das Sonnenbrandrisiko. Entblätterungen sollten, vor allem in Weißweinsorten, nur noch sonnenabgewandt durchgeführt werden. Auch früh reifende Sorten sollten nun nur noch mit Bedacht und Augenmaß entblättert werden.

Anlagen ohne Frostschäden haben teilweise erhebliche Überträge und es sollten dort alle qualitätsfördernden Maßnahmen für eine gute Weinqualität umgesetzt werden.

Wie bereits im Weinbauinfo der vergangenen Woche beschrieben, sind wasserschonende Bodenpflegemaßnahmen derzeit sehr sinnvoll. Dazu zählt das flache Bearbeiten der Gassen zur Brechung der Kapillaren sowie Walzen bzw. Mulchen der Begrünungen zur Vermeidung von Wasserkonkurrenz.

Auch das rechtzeitige Gipfeln hilft Wasser zu sparen. Neu- und Junganlagen (vor allem Hochstammreben) sollten mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Der Zusatz von Blattdüngern gegen Eisen- oder Magnesiummangel ist weiterhin möglich. Magnesium hilft Stiellähme zu vermeiden.

 

Sonstige Hinweise:

Denken Sie bitte daran rechtzeitig (15.7.17 Ausschlussfrist) ihre Pfropfrebenrechnungen beim zuständigen Landwirtschaftsamt abzugeben. Die Kontrolle der Flächen Umstrukturierung und Umstellung erfolgt erst wenn die Rechnungen vorliegen. Ihr Geld wird also entsprechend später ausgezahlt – wer es sich leisten kann oder will?

Aufgrund angesprochener Kontrollen kann es zu eingeschränkter Verfügbarkeit des Beraters kommen. Ich bitte dies zu entschuldigen.

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 28

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

Fußleiste