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Weinbauinfo Nr.11-2017

Datum: 27.06.2017

Weinbauinfo Nr. 11 vom 27.06.2017

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Nach dem Hitzehighlight der letzten Woche hat sich gestern Abend lokal eine zumindest kleine Erfrischung/Abkühlung in Form eines Niederschlags ergeben. Das war natürlich bei weitem nicht genug für die durstigen Bestände, sorgte aber zumindest für das Ende der Hitzephase. Ab Donnerstag wird ergiebigerer und anhaltender Regen gemeldet, was für die Reben und vor allem das Beerenwachstum sehr gut wäre. Die Bestände präsentieren sich sehr gesund und vital, Ausnahmen bilden die, meist auf jüngere Anlagen begrenzten, beginnenden Trockenschäden.

 

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug der zweiten Generation des Traubenwicklers war sehr eng mit der Hitzeperiode korreliert und erreichte in einigen Gemarkungen bereits am vergangenen Sonntag/Montag einen Flughöhepunkt. Eine Bekämpfung des Sauerwurms schließt sich 7-10 Tage nach Erreichen des Flughöhepunkts an, d.h. Ende KW 26 (diese Woche), Anfang KW 27 ist eine Behandlung mit einem zugelassenen Insektizid wie z.B. Coragen, Steward, Mimic oder BT-Präparaten zu planen. Möglicherweise kann diese Behandlung mit laufenden Pflanzenschutzmaßnahmen bzw. Botrytisbehandlungen kombiniert werden.

Für die genauen Fangzahlen in den jeweiligen Gemarkungen erfragen sie bitte die Rebschutzwarte bzw. nutzen sie die Übersicht unter www.vitimeteo.de

 

Zikaden:

Der Flug der Windenglasflügelzikade, dem Überträger der Schwarzholzkrankheit hat eingesetzt, d.h. ihre Wirtspflanzen Brennnessel und Ackerwinde sind zu schonen um Einflug in die Reben zu vermeiden.

 

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Es besteht aufgrund fehlender Feuchtigkeit bzw. Blattnässe weiterhin keine hohe Infektionsgefahr durch Peronospora. Das Beibehalten der Kontaktstrategie mit z.B. Polyram WG (3,2 kg/ha), Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha) oder Delan WG (0,8 kg/ha) ist ausreichend. Bei Behandlungen nach den angekündigten Niederschlägen kann es sinnvoll sein auf kurative Mittel wie z.B. Vincare, Ampexio (neu), Aktuan oder Sanvino zu wechseln.

 

Oidium:

Da noch nicht alle Beerchen die kritische Phase verlassen haben, sind weiterhin potente Mittel wie z.B. Vivando (0,32 l/ha), Dynali (0,8 l/ha) oder Talendo (0,375 l/ha) einzusetzen. Besonderes Augenmerk ist auf einen stetigen Wirkstoffgruppenwechsel zu legen.

Der Spritzabstand sollte 10-12 Tage nicht überschreiten, der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4. Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha.

 

Botrytis:

Die Kombination einer fachgerechten Entblätterung und eines Botrytizideinsatzes kurz vor Traubenschluss stellt die wirksamste Maßnahme zur Fäulnisvermeidung dar. Eine Behandlung zum Traubenschluss ist vor allem in kompakten Sorten und Klonen sinnvoll, um das Traubeninnere zu schützen.

Zum Einsatz kommen z.B. Switch (0,48 kg/ha), Cantus (0,6 kg/ha) oder Teldor (0,8 kg/ha). Auch dieses Jahr gilt es zu beachten, dass sorten- und lagenmäßige Unterschiede in der Entwicklung und in der Terminierung dieser Behandlung entsprechend berücksichtigt werden.

Die angegebenen Konzentrationen beziehen sich auf eine reine Traubenzonenbehandlung, d.h. Basis x 2.

 

Weinbauliche Hinweise:

Aufgrund der Hitzephase ausgesetzte Entblätterungsmaßnahmen können nun fortgeführt bzw. abgeschlossen werden. Wie bereits erwähnt hilft dies auch Botrytizid wirksam am Stielgerüst zu platzieren und erhöht den Wirkungsgrad der Behandlung.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind wasserschonende Bodenpflegemaßnahmen derzeit sehr sinnvoll. Dazu zählt das flache Bearbeiten der Gassen zur Brechung der Kapillaren sowie Walzen bzw. Mulchen der Begrünungen zur Vermeidung von Wasserkonkurrenz.

Auch das rechtzeitige Gipfeln hilft Wasser zu sparen. Vergessen Sie bitte nicht, Neu- und Junganlagen (vor allem Hochstammreben) mit ausreichend Wasser zu versorgen, da sonst bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt Bestandsschäden auftreten können.

Der Zusatz von Blattdüngern gegen Eisen- oder Magnesiummangel ist nun ebenfalls möglich. Magnesium hilft Stiellähme zu vermeiden.

 

Sonstige Hinweise:

Aufgrund des diesjährigen Beginns der Kontrolle der Flächen Umstrukturierung und Umstellung kann es zu eingeschränkter Erreichbarkeit des Weinbauberaters kommen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

 

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 27

 

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

 

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